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Weltjugendtag in Rio de Janeiro vom 23. bis zum 28. Juli 2013. Bild: Papst Franziskus gekommt von einem Journalisten wŠhrend des Fluges nach Brasilien am 22. Juli 2013 ein Bild der Madonna von Guadalupe geschenkt.
Bild Copyright: © Copyright 2016, KNA. Alle Rechte vorbehalten, Luca Zennaro/Pool

Papst ruft neun Vorbereitungsjahre zu "500 Jahre Guadalupe" aus

13.12.2022 14:45
Vatikan/Mexiko/Papst/Kirche/Religion/Religionsfest oder Feiertag/Guadalupe
Appell an Kirche in Nord- und Südamerika zur Beteiligung an "feierlichem Weg" bis zum 500. Jahrestag der Marienerscheinungen von Guadalupe im Jahr 2031 - Vorbereitungen in Mexiko bereits gestartet - Viele Päpste waren Guadalupe-Verehrer
Vatikanstadt, 13.12.2022 (KAP) Papst Franziskus hat den Startschuss für eine neun Jahre lang dauernde "interkontinentale Novene" zur Vorbereitung auf den 500. Jahrestag der Marienerscheinungen von Guadalupe gegeben. "Ich rufe alle Mitglieder der sich auf Pilgerschaft befindenden Kirche in Amerika auf, Hirten wie auch Gläubige, an diesem feierlichen Weg teilzunehmen. Doch macht es bitte im wahrhaften Geist von Guadalupe", sagte er am Montagabend beim traditionellen Guadalupe-Gottesdienst im Petersdom in Rom, an dem Gläubigen aus ganz Lateinamerika teilnahmen.

Mit den neun Vorbereitungsjahren greift der Papst eine Initiative der mexikanischen Bischöfe auf, die das nahende runde Jubiläum des wohl entscheidendsten Moments der Kirchengeschichte Lateinamerikas auch über die Landesgrenzen hinaus gebührend feiern wollen. Das Guadalupe-Ereignis war laut Historikern Anlass dafür, dass im 16. Jahrhundert mehrere Millionen Angehörige der indigenen Kulturen Mittelamerikas binnen kurzer Zeit nach der christlichen Taufe verlangten, die sie zuvor abgelehnt hatten. Nicht von ungefähr ist Maria von Guadalupe daher heute Schutzpatronin des amerikanischen Kontinents.

Die Jungfrau von Guadalupe ist benannt nach einem Viertel von Mexiko-Stadt. Ihre Verehrung geht zurück auf mehrere Erscheinungen der Gottesmutter Maria zwischen dem 9. und 12. Dezember 1531 an den Indio Juan Diego Cuauhtlatoatzin auf einem Hügel bei Mexiko-Stadt. Als der Seher mit ihrem Auftrag des Baus einer Kapelle den örtlichen Bischof aufsuchte, entstand auf seinem Mantel auf unerklärliche Weise ein Bild Mariens. Dieses ist bis heute in der Guadalupe-Basilika zu sehen, die jedes Jahr um den 12. Dezember Zielpunkt von Millionen Pilgern ist.

Novene in Mexiko bereits gestartet

Die "interkontinentale Guadalupe-Novene" hatte zuvor schon der Erzbischof von Mexiko-Stadt, Carlos Aguiar Retes, angekündigt. Guadalupe sei "ein Erbe nicht nur Mexikos, sondern der gesamten Menschheit", betonte der Kardinal anlässlich des am 12. Dezember gefeierten Guadalupe-Festes. Zur Beteiligung eingeladen seien alle Institutionen, Diözesen, religiösen Gruppen und Gläubigen - und zwar weltweit, überschreite die Verehrung der Jungfrau von Guadalupe doch alle Grenzen. Eckpunkte seien Informationsangebote über die Erscheinungen von 1531 und deren weitere Erforschung, die Förderung der Marienverehrung, Veranstaltungen sowie multimediale und künstlerische Produktionen.

Innerhalb Mexikos ist die neunjährige Vorbereitungszeit auch Teil eines Pastoralprojekts "2031-2033", bei dem die örtliche Bischofskonferenz zudem auch des Jubiläums "2.000 Jahre Erlösung" gedenkt. Vorgestellt wurde die offizielle Hymne "Bin nicht ich, deine Mutter, hier?", die auf die Worte der Jungfrau Mariens gegenüber dem Indio-Seher Juan Diego Bezug nimmt, sowie ein Dokumentarfilm über die Interkontinentale Guadalupana-Novene. Am Samstag wurde ein "internationaler Rosenkranz" mit Gläubigen aus vielen Ländern gebetet.

Bereits stattgefunden hat außerdem am Samstag als Auftakt-Ereignis für die Jubiläums-Vorbereitung ein internationales Webinar unter dem Titel "Generacion Guadalupe 2031", bei dem unter anderem Mexikos Bischofskonferenz-Vorsitzender Rogelio Cabrera, die Präsidentin der lateinamerikanischen Ordensleute-Konföderation, Sr. Liliana Franco Echeverri, der frühere Vizepräsident der Päpstlichen Lateinamerika-Kommission, Guzmán Carriquiry, sowie Elisabeth Román als Präsidentin des spanischsprachigen Pastoralrates referierten. Zentral ging es dabei um verschiedene Zugänge auf das Guadalupe-Ereignis, von historischen Perspektiven bis hin zu aktuellen Folgewirkungen.

Viele Päpste verehrten Guadalupe

Dass das Ansuchen der Bischöfe Mexikos bei Papst Franziskus auf offene Türen traf, überrascht nicht: Der erste Papst aus Lateinamerika pflegt bereits seit frühen Jahren eine innige Beziehung zur "Morenita" (Dunkelhäutige), wie die Jungfrau von Guadalupe wegen ihrer Hauptfarbe in Mexiko genannt wird. In einer vom Historiker Armando Puente verfassten Biografie "La vida oculta de Bergoglio" wird geschildert, wie das heutige Kirchenoberhaupt im Jahr 1988 in einer Lebenskrise wieder inneren Frieden fand, nachdem ihm eine befreundete Ärztin eine auf einer Mexiko-Reise erworbene Guadalupe-Medaille geschenkt hatte. Diese Medaille trägt der Papst weiterhin um den Hals, ebenso wie das mexikanische Madonnenbild in Originalgröße in seinem Arbeitszimmer hängt.

Franziskus besuchte die Guadalupe-Basilika 2016 und ließ schon zuvor eine goldene Rose für die Jungfrau aus Guadalupe anfertigen. Mehrmals bereits erklärte er in Interviews, er wende sich in Problemen, Ängsten und Unsicherheiten im Gebet oft an die Muttergottes von Guadalupe, empfinde "Zärtlichkeit" für sie und fühle sich von ihr beschützt. Für den Guadalupe-Seher Juan Diego Cuauhtlatoatzin errichtete Franziskus noch in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires eine Pfarre und ernannte ihn zum "Patron der Blumenhändler" - in Anspielung aus das "Blumenwunder", das der von ihm übermittelten Botschaft der Jungfrau Maria Glaubwürdigkeit verleihen sollte.

Glühende Verehrer der mexikanischen Madonna auf dem Papstthron gab es in der jüngeren Vergangenheit jedoch auch schon vor Franziskus: Sein Vorgänger Benedikt XVI. war derjenige, der die Tradition der Guadalupe-Feiern in den Petersdom im Vatikan geholt hatte. Johannes Paul II. schließlich hatte sein Pontifikat in Mexiko mit den Worten "Totus tuus" explizit unter den Schutz der Jungfrau von Guadalupe gestellt und im August 2002 Juan Diego heiliggesprochen. Auf seinem Schreibtisch stand ebenfalls ein Guadalupe-Bild.

Davor hatte auch Paul VI. der Patronin von Mexiko eine Rose in Gold übermittelt und die neue Guadalupe-Kirche 1976 zur Basilika erhoben. Johannes XXIIII. schenkte Mexikos Kirche 1960 ein marianisches Jahr, und hinter der ersten päpstlichen Krönung des Guadalupe-Bildes im Jahr 1895 stand Leo XIII., auf den auch die Einführung des 12. Dezembers als kirchlicher Feiertag in ganz Lateinamerika sowie das Missionskreuz auf dem Erscheinungsberg Tepeyac zurückgeht. Jahrhunderte zuvor hatte bereits 1576 Gregor XIII. allen Guadalupe-Pilgern einen vollkommenen Ablass gewährt.
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